• Schreiben & Poesie

    VOM SCHREIBEN EINER MASTERARBEIT

    Masterarbeit. Nach vielen Wochen Vorlektüre, Hypothesen, die ich wieder verworfen habe, Themeneinkreisung, Mindmaps und Büchersuche, habe ich heute endlich das beruhigende Gefühl, ein Kap überwunden zu haben. Die Gliederung steht. Keine leichte Geburt. Ich kann nun zeitlich planen, den Sommer nach groben Kapiteln einteilen (ja, hört sich verführerisch an). Ich schwimme nicht mehr so sehr in einem unendlich weiten Feld voller Querverbindungen, Referenzen und thematischen Auswüchsen, denen ich ja doch nicht allen nachforschen kann. Angesichts der Masse an Text und Theorie bin ich zwischendurch in einen ziemlich schwindelerregenden Gedankensog gekommen und konnte mir kaum vorstellen, wie ich jemals zu einer stringent umrissenen Arbeit kommen würde. Mit meinem Thema, was nun…

  • Mein Paris,  Schreiben & Poesie

    KURZER SÜDEN

    Paris im Mai – der Abend zieht  in roten Linien  vorüber, darin die Amsel  ihre Molltöne zu Samt verwebt. das Licht ist kurz dem Süden entliehen. es wiegt  sich noch von Mast zu Mast  und Dach für Dach  errötet  und  verblasst.  Erste Junitage, Paris ist bewölkt und kühl. Ich hänge einem Gedanken zurück in den Mai nach. Da waren diese südlichen Abende, wie ausgeliehen, denn Sommer ist noch nicht. Man sehnt sich den Winter lang danach: mit einem Glas Wein, in guter Gesellschaft draußen sitzen zu können, bis sich erst spät abends das Licht verfärbt. Mit F. genieße ich das sehr. Wie schon im April. Dabei das Schwirren der Schwalben…

  • Gedanken,  Schreiben & Poesie

    VON DER MUßE

    “Kunst erscheint mir als das Bestreben eines Einzelnen, über das Enge und Dunkle hin, eine Verständigung zu finden mit allen Dingen, mit den kleinsten, wie mit den größten, und in solchen beständigen Zwiegesprächen näher zu kommen zu den letzten leisen Quellen alles Lebens. Die Geheimnisse der Dinge verschmelzen in seinem Innern mit seinen eigenen tiefsten Empfindungen und werden ihm, so als ob es eigene Sehnsüchte wären, laut. Die reiche Sprache dieser intimen Geständnisse ist die Schönheit.”   R. M. Rilke, Vorlesung in Prag 1898 Manchmal werden die Tage eng. Pläne und Aufgaben, langfristige, kurzfristige, überschneiden sich, blähen sich auf. Die Zeit wird widerspenstig, windet sich in den Rastern, mit denen man…