• Gedanken

    WENN DIE BLICKE NOCH TAUMELN

    der Morgen tapst in den Pantoffeln tänzelnd im Gold tastet er sich in die Laken wenn die Blicke  noch taumeln und der Tag von  Leichtem träumt atme ich auf Stelzen über die Stille hinweg Besprenkelt von Licht aufwachen, sich kaum regen, langsam räkeln, lauschen: der Morgen raschelt. Es beginnt, im Kopf zu wispern. Der Tag ist noch ganz leise, noch ganz leicht. Er wärmt sich in den Goldflecken dort an der Zimmerwand. In den Mustern aus Licht flimmert es. Was war gestern? Ist nicht mehr dran zu denken. Der Morgen ist schwerelos und still. Guten Morgen…

  • Mein Paris

    OSTERN ZU ZWEIT IN PARIS …

    Ein windiges, kühles Osterwochenende hat begonnen. Es ist so ruhig in den Straßen, viele Pariser sind in die Ferien aufs Land gefahren. Manche Boutiquen haben sogar geschlossen. F. und ich sind hier geblieben und machen es uns zwischen Schokoladeneiern, Tee und Spaziergängen gemütlich. In diesem Moment rüttelt es gewaltig an unserem Balkonfenster und es beginnt zu nieseln. Ostern ist ein Fest, das ich als Kind geliebt habe. Den Ostersonntag empfand ich immer als einen hellen, großen Feiertag. Wenn ich daran denke, hallen in mir noch die erhebenden Kirchenlieder am Morgen und das Jauchzen, wenn wir Geschwister später unsere Nester im Garten fanden, wider. In den letzten Jahren habe ich das…

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    Drei Tage Sonnenaufgang. Majestätisch.

    Montag, Dienstag, Mittwoch … es ist früh, draußen liegt Ferienstimmung über Paris. Unsere Straße, sonst von Schülern und Studenten bevölkert, liegt dort unten still. Aber ich muss auf, hinunter, hinaus trotz Müdigkeit. Ich trete auf den Gehweg. Herrlich kalt ist es da. Und ich lobe diesen Tag schon vor dem Abend. Drei Tage hintereinander gab es erst einen majestätischen Sonnenaufgang, dann lange, intensive Strahlen, die die Umrisse der Gebäude und Monumente leuchten lassen. Auf dem Weg: Ampeln (trotz Rot immer noch schnell rüber), Cafés, die öffnen, kleine Supermärkte, die ihre Obstauslagen draußen arrangieren, Bauarbeiter, Busse, Bäckereien, eine Frau, die den Fußweg vor einem Hotel fegt  –  kleine Szenen am Morgen,…

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    Kleine Dinge für die Sinne 3

    Wieder eine Sammlung der kleinen Dinge, die dem Alltag Farbe, Geschmack und Düfte geben…  Das Erlebnis der Woche: Im Jardin de Luxembourg unter Kastanien und Ahorn zu stehen und in die unglaublichen Baumkronen hochzuschauen. Grün in allen Nuancen, Licht und Schatten, tausendfach. Klein und farblos stehe ich darunter und staune… Dann gab es wieder Morgenstunden, in denen ich trödel und mich nicht losreißen kann von Kaffee, Buch und Sonne und mich nie zeitig genug an meine Aufgaben setze. Aber es ist einfach eine leichte Tageszeit, mein Geist ist noch ganz frisch und leer und meine Sinne irgendwie offen, noch nicht so überreizt von Stadt und Tätigkeiten … Frühstücksvariation: Erste (süße)…

  • Mein Paris

    Kleiner Pariser Sonntag

    Sonntag eingerahmt in ein paar Bilder. An Sonntagen dieses feierliche Gefühl. Die Ruhe in der Straße. Den Tag mit F. verbringen, zu Hause oder unterwegs. Heute aber gern zu Hause. Die Wochentage waren bewegt und wir möchten einfach, jeder für sich, eine Fülle an unverplanten Stunden haben. Lesen, kochen, die Familie anrufen, die Welt draußen lassen. Nur ein Ritual muss sonntags immer erfüllt werden: Zum Bäcker in die Rue Madame gehen, dem einzigen im Viertel, der sonntags den ganzen Tag geöffnet hat. Der kleine Gang dorthin ist nach dem Ausschlafen erfrischend. Ich halte meine Augen ins Licht und gebe F. meine Hand. Mein leerer Magen meldet sich und ich freue…

  • Mein Paris

    Unverhofftes Flanieren in der Rue Mouffetard

    Eigentlich war das alles ganz anders geplant. F. und ich sitzen im Auto in einem düsteren Parkhaus und mampfen Fastfood aus braunen Tüten. Sonntag Nachmittag. Eigentlich hätte dieses Mietauto anspringen sollen, schließlich wollten wir jemandem einen schönen Sessel abkaufen und diesen zu uns nach Hause transportieren. Nun springt die Batterie nicht an und ich frage mich, ob dieses Picknick im Parkhaus unser Sonntagserlebnis sein soll. Wir beschließen, nicht auf den Pannenservice zu warten, sondern unsere Aktion sein zu lassen und stattdessen dort oben in der Rue Mouffetard (5.Arrondissement) spazieren zu gehen. Es ist kalt, windig und hell. Die Rue Mouffetard ist eine belebte, alte Marktstraße, die sich bepflastert einen kleinen…

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    Quiche à la Saint-Jean – Erinnerung an einen Sommer

    Zugegeben, eine begabte Köchin bin ich nicht. Auch die Palette an Rezepten, die ich über meine Studienzeit hinweg gelernt und gekocht habe, ist nicht besonders breit gefächert. Aber immerhin kann ich behaupten, eines stets auswendig und sehr lecker zubereiten zu können: Quiche in allen Variationen. Was man braucht: einen Mürbeteig und eine Grundmasse an Crème fraîche, Käse und Eiern, die nach Belieben mit weiteren Leckereien angereichert werden kann.  Meine Lieblingsquiche habe ich damals in Saint-Jean-de-Luz bei meiner Au-Pair-Mutter gelernt. Es war Sommer, der Atlantik blau, die Abende lang und oft stand bei Salat und Wein dieser deftig-duftende Kuchen auf dem Tisch zum Diner… Seitdem habe ich das Rezept immer wieder…

  • Gedanken

    Seiltanz zwischen Leicht und Schwer

    “Ich bin aber damit nicht einverstanden, Dass es schwer sein soll. Ich will es leicht. Darum übe ich mich, die Schwerkraft zu zwingen, Übers Seil zu laufen und dabei zu singen,  Um endlich auf einer Wolke zu landen.” (Wann ist die Balance erreicht?) (Eva Strittmatter “Balance”) Rot & Blau, leichtfüßig & schwermütig, hell & trüb. Die letzte Woche war voll von blauen Tagen und roten Abendhimmeln, mancher Tag einfach ins ‘Blaue hinein’, mancher geordnet nach Terminen. Oft bin ich kaum sicher, ob etwas gestern oder vor 3 Tagen war. Da waren: Stunden vor Bildschirm und Hausarbeiten | ausgedehnte Morgenrituale | Nachmittage mit meinem Schützling & seinen vielen Hausaufgaben | viel…

  • Mein Paris

    Im Jardin des Plantes

    Erinnerung an letzten Sonntag Hand in Hand mit F. Meine Kraft reicht nur für eine Stunde Spaziergang aus, daher muss das Ziel gut gewählt sein. Wir setzen uns den Bus. Schon seit Freitag sind die öffentlichen Transportmittel wegen starker Luftverschmutzung kostenlos… Es geht in den Jardin des Plantes, einen großzügig angelegten Botanischen Garten im 5. Arrondissement. Kennt ihr ihn? Gegen die Spätnachmittagssonne kommen uns zahllose Spaziergänger entgegen. Man sieht beinah nur ihre Umrisse. Wie im Schattentheater. In den nächsten Wochen werden die Bäume wieder aufsprießen. Aber auch diese feingliedrigen, kahlen Wintergeäste haben ihre Anmut, finde ich. Es war kaum Winter, da wird es schon Frühling. Oder sagt man das jedes…

  • Mein Paris

    Kleine Dinge für die Sinne 1

    Mitbringsel vom Wochenmarkt am Tour Montparnasse: Ein Stück Comté | Tomaten | Avocado. Immer und zu allem: Baguette tradition (“pas trop cuite”) vom Bäcker Julien. Nettigkeiten: Fotos und Karten aus Ausstellungen anknipsen | Klamotten anprobieren und wieder verwerfen | Weiße Explosion einiger Parkbäume. ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Gedanke: Etwas nicht schaffen, hinterher sein, vorauseilen, zurückhinken, außer Atem sein, sich vergleichen, ach nein… … “Schau dich an, deine zifferblättrige Haut – wie spät bist du? nicht nach, nicht vor – die Uhr geht genau nach dir.”  (Hansjürgen Bulkowski)